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Woran erkennen Sie den barrierefreien Webauftritt?

Viele Webseiten behaupten von sich selbst, sie würden einen "barrierefreien Webauftritt" realisieren. Das Schlagwort macht sich gut, und die Absicht ist löblich. Schaut man sich die Seiten aber genauer an, stellt man fest, daß die alten Hürden lediglich durch andere ersetzt wurden.

Hier möchten wir Ihnen an einigen, ausgewählten Punkten zeigen, woran Sie eine wirklich barrierefreie Internet-Präsenz erkennen können.

Aufmacher Barrierefreies Internet

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Nur Text = barrierefrei?

Seit Mai 2002 verpflichtet das Behindertengleichstellungsgesetz die "Träger öffentlicher Gewalt" zu einer "barrierefreien Gestaltung" ihrer Internet-Auftritte. Die Übergangsfrist für die Realisierung endet im Dezember 2005. Bis zu diesem Zeitpunkt müssen daher die Bestimmungen umgesetzt sein.

Auch immer mehr Privatunternehmen und -anbieter entdecken das Potential der barrierefreien Gestaltung und schmücken sich mit diesem Prädikat; beweist es doch soziale Kompetenz und transportiert ein positives Image. Webdesign-Agenturen bieten barrierefreie Gestaltung als teures Extra an.

Wenn ein Webauftritt von Grund auf neu erstellt wird, lassen sich die Kriterien der Barrierefreiheit vergleichsweise einfach umsetzen. Schwieriger wird es, wenn eine bestehende Präsenz auf "barrierefrei" getrimmt werden soll, die mit einem der zahlreich verfügbaren "Webeditoren" unter Anwendung der "modernsten Webtechnologien" erstellt worden ist. Im Ergebnis entstehen dann Mischformen, die weder barrierefrei noch nutzbar noch ansprechend sind. Als häufigste Maßnahme, einen vorhandenen Internetauftritt "barrierefrei" zu machen, werden die Seiteninhalte einfach auf die reinen Textinhalte beschnitten und über einen separaten Link verfügbar gemacht; als Krönung trägt dieser die Beschriftung "zur barrierefreien Version". Mit dieser Lösung begibt sich der Anbieter freiwillig vom Regen in die Traufe.

Die Schranken einer Textversion

Ein barrierefreier Internet-Auftritt ist niemals gleichzusetzen mit bilderlos, nur Text oder nur für Blinde. Er soll für alle Nutzer zugänglich sein, unabhängig von den Beschränkungen und Grenzen der eingesetzten Anzeigegeräte oder -programme. Die Barriereren bei der Nutzung der Webauftritte entstehen nicht durch die nutzenden Personen, sondern durch die Annahme der Webgestalter, daß Seiten ausschließlich auf grafischen Anzeigesystemen einer bestimmten Minimalgröße mit einer Maus als Navigationsmittel bedient werden.

Die besten barrierefreien Webpräsenzen sind diejenigen, die auf dem ersten Blick gar nicht als solche erkennbar sind - weil sie ohne Klimmzüge überall funktionieren. Und dabei auch noch gut aussehen.

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Navigare nescesse est...

Nur selten passen alle vorgesehenen Inhalte auf eine einzige Seite, die dann dem Benutzer präsentiert wird. Ein Webauftritt besteht daher in der Regel aus mehreren, manchmal sogar vielen einzelnen Dokumenten, die über Verbindungen ("Links") miteinander verknüpft sind. Durch Auswählen und Aktivieren eines Links (wir vermeiden hier bewußt die Bezeichnung "Anklicken") können die Benutzer den Verbindungen folgen und das bezogene Dokument auf ihrem Anzeigegerät darstellen lassen. Dieses wird seinerseits wieder Verbindungen zu anderen Dokumenten enthalten. Den Vorgang des Link-Verfolgens nennt man in Anlehnung an die alten Seefahrer und Entdecker "Navigation", die sich gleichermaßen in unbekannten Weiten zurechtfinden mußten.

Das oberste Ziel bei der Gestaltung eines Webauftrittes ist, dem Besucher das Auffinden und Abrufen der von ihm gesuchten Inhalten so einfach wie möglich zu machen. Die Besucher erwarten deutlich beschriftete Verweise, die klar das dahinter befindliche Ziel beschreiben. Eine auf allen Seiten des Webauftrittes einheitliche Gestaltung der Verweise erleichtert den Nutzern das Erkennen und Auffinden. Verweise, die zum selben Ziel führen, sollen auch bei jedem Auftreten gleich bezeichnet werden. Alle Links sollen in derselben Farbe erscheinen, die sich vom normalen Text und anderen Inhalten unterscheidet. Da es aber auch farbenblinde oder fehlsichtige Nutzer gibt, die Probleme mit der Farberkennung haben, sollten bestimmte Kombinationen von Vorder- und Hintergrundfarben vermieden sowie durch zusätzliche Gestaltung (Unterstreichung, eine besondere Schriftart, erläuternde Bildchen oder einen Rahmen) betont werden. Verweise, denen der Benutzer schon gefolgt ist, sollten durch eine andersartige Gestaltung markiert werden.

Links sind als Navigationselemente die wichtigsten Stützpfeiler des Webauftritts. In der Praxis wird hier am häufigsten gesündigt. Was auch immer die Motivation ist, aber die wichtigsten Links in Menüs oder auf Startseiten werden häufig hinter unbeschrifteten Grafiken versteckt oder mittels programmierten Elementen, wie Scripte, Applets oder Spezialobjekten realisiert. Dies wird dann zu einem Problem, wenn eine eingesetzte Technologie in einem Anzeigeprogramm nicht zur Verfügung steht, oder der Nutzer diese -aus Gründen der Sicherheit, wegen mangelnder Leistungsfähigkeit der Internet-Anbindung oder weshalb auch immer- nicht verwenden möchte oder kann.

Stehen in diesen Fällen keine normalen Links zur Verfügung, die universell nutzbar sind, werden Besucher von bestimmten Inhalten ausgesperrt.

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Drum prüfe...

Nachfolgend gibt es einige Punkte, mit denen Sie auf einfache Weise selbst prüfen können, ob ein Webauftritt barrierefrei ist. Diese Kriterien stellen jedoch nur einige Anhaltspunkte als Faustregeln dar.

Wenn wir Ihren Webauftritt auf Übereinstimmung mit den "Web Content Accessibility Guidelines" des W3C prüfen, nutzen wir die vollständige Prüfliste zur rechnerunterstützten Analyse und Berichtserstellung.

Nicht barrierefrei

Kritisch

Bei allen Punkten dieser Gruppe müssen Alternativen zur Verfügung gestellt werden, falls diese bei einem Webauftritt unbedingt zum Einsatz kommen sollen.

Ohne Hürden

Diese Kriterien stellen selbstverständlich nur einen kleinen Ausschnitt aus den Aspekten dar, mit denen die Zugänglichkeit von Webseiten beurteilt werden kann. Wir erstellen Ihnen gerne einen vollständigen Bericht für Ihren Webauftritt!

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